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Grußworte zum 2. Kongress Waldpädagogik in Österreich

Liebe Waldpädagoginnen und Waldpädagogen, liebe Gäste!

Im Jahre 1994 hoben einige engagierte „Waldmenschen“ hier am Kongressort Waldpädagogik aus der Taufe. Seit dem Jahre 1999 sind österreichische Waldpädagogen international als Experten und Waldbotschafter unterwegs. Im Jahre 2001 etablierte sich der Verein der Waldpädagogen Österreichs. 2003 wurde das europäische Netzwerk Waldpädagogik unter österreichischer Führung gegründet. Seit 2004 gibt es in Österreich ein Zertifikat für Waldpädagogik und Waldpädagogik wurde ein Thema des Österreichischen Walddialogs. Ein Jahr später präsentiert Bundesminister DI Josef Pröll Waldpädagogik im Rahmen einer Pressekonferenz zur Woche des Waldes zum Thema „Wald im Gespräch“. Ende des selben Jahres ist Waldpädagogik im vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat geforderten „Forstaktionsplan zur Europäischen Forststrategie“ eine der zwanzig prioritären Maßnahmen, die bis zum Jahr 2009 umzusetzen sind – unter österreichischer Führung wird derzeit auf Unionsebene ein Regierungsnetzwerk, an dem sich das „Forest Communicators Network“ der Vereinten Nationen beteiligt, etabliert. Zugleich schuf das EU-Projekt „PAWS“ Voraussetzungen für eine europaweit ähnliche Ausbildung von Waldpädagogen.

Diese beispielslose Erfolgsgeschichte, die nur einen Bruchteil des tatsächlichen Geschehens wiedergibt, zeigt, dass einerseits mit Engagement und Offenheit sehr viel bewirkt werden kann sowie andererseits, dass Waldpädagogik ein wesentliches Instrument der Waldkommunikation geworden ist. Diskussionen über Klimawandel, Ernährungssicherheit, die zukünftige Energieversorgung Europas, Holzengpässe der Industrie, Naturraumnutzung contra wirtschaftliche Erfordernisse, etc. bestimmen derzeit den Inhalt von Medien und weisen deutlich darauf hin, dass der Wald in umwelt- und wirtschaftspolitischen Strategien eine Bedeutung einnimmt, die 23. April 2008 von Vielen noch nicht wahrgenommen werden will – auch von Waldleuten. Dies bedeutet u.a. auch, dass noch überwiegend sektorale Denkungsweisen einer bereits stark verzahnten Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftspolitik gegenüberstehen.

Waldpädagogik ist einerseits ein perfekter Vermittler von (Wald)Wissen und (Wald)Naturerlebnis, aber andererseits haben WaldpädagogInnen die Fähigkeit, kritische Themen zu erkennen und zu kommunizieren. Erkennen und Kommunikation bedeutet Wissen, Wissen beruht auf Ausbildung – hochwertiger Ausbildung und Offenheit. Sie gehen diesen Weg – dies zeigen auch die Inhalte und Ziele des 2. Kongress Waldpädagogik in Österreich. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg während dieser zwei spannenden Tage und verbleibe

mit freundlichen Grüßen